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450 85Pro Grandi Steinbruch

Herdecker Ruhrsandstein

GRANDI Steinbruchbetriebe GmbH

Entstehung

Mitteleuropa vor 320 Millionen Jahren

Entstehung des Ruhrsandsteins – Geologie aus dem Oberkarbon
Vor rund 300 Millionen Jahren lag das Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens am warmen Karbonmeer, einem tropischen Flachmeer in Äquatornähe. Riesige Urwälder aus Schachtelhalmen, Bärlappgewächsen und Farnen prägten die Landschaft. Die Flüsse transportierten große Mengen sandiger und toniger Sedimente, die mächtige Deltas bildeten. Mit der allmählichen Absenkung des Untergrundes entstanden die ersten ausgedehnten Waldmoore.

Parallel dazu wuchs das später sogenannte Variszische Gebirge, dessen nördlicher Bereich später das Rheinische Schiefergebirge bilden sollte. Von Westen nach Osten erstreckte sich ein gewaltiges Gebirgssystem, in dessen Vorland sich große Tiefebenen ausbildeten. Die dort mäandrierenden Flüsse mündeten ins Meer und formten flache Moore – die Geburtsstätten der späteren Steinkohlenflöze.

Häufige Überschwemmungen überdeckten die Landschaft immer wieder mit mehreren Metern Sand und Tonschlamm. Durch das stetige Überlagern neuer Schichten erhöhte sich der Druck auf das darunterliegende Sediment, Wasser wurde herausgepresst, und die Materialien verdichteten und verfestigten sich. Über viele Millionen Jahre entstanden Sedimentpakete von mehreren tausend Metern Mächtigkeit, durchzogen von mehr als 100 Kohleflözen.

Aus Sand wurde Sandstein
Aus Ton wurde Tonstein

Hier beginnt die Geschichte des Ruhrsandsteins.

Das Oberkarbon – Geburtsstunde des Ruhrsandsteins

Am Ende des Oberkarbon, vor etwa 290 Millionen Jahren, wurden diese mächtigen Ablagerungen durch starke tektonische Kräfte gefaltet und mehrere tausend Meter tief versenkt. Der enorme Druck verdichtete den noch jungen Sandstein zusätzlich – eine entscheidende Voraussetzung für die außergewöhnliche Härte des späteren Ruhrsandsteins.

Erst über 200 Millionen Jahre später führten erneute Hebungsprozesse dazu, dass der oberkarbonische Sandstein wieder an die Erdoberfläche gelangte. In den älteren Schichten dieses Zeitabschnitts entstand ein Naturstein, der sich durch besonders geringe Wasseraufnahme, hohe Druckfestigkeit, Abriebfestigkeit und außergewöhnliche Verwitterungsbeständigkeit auszeichnet: der Ruhrsandstein, benannt nach dem Fluss, der sein Verbreitungsgebiet heute durchquert.

Mineralogie und Eigenschaften des Ruhrsandsteins

Der Ruhrsandstein ist überwiegend fein- bis mittelkörnig und zeigt eine starke Kompaktion, erkennbar an den intensiven Kornkontakten. Neben Quarz enthält er hohe Feldspatanteile, weshalb er geologisch teilweise als Arkose bezeichnet wird.

Farbvarianten

  • unverwittert: hell- bis blaugrau, gelblich-bräunlich
  • verwittert: gelblich-, rötlich- oder braun gefärbt durch Eisenoxidation
  • Herdecker Ruhrsandstein: außen meist intensiv rotbraun (durch Hämatit)
  • gesägt/gespalten: beige-braun bis grau

Physikalische Eigenschaften des Ruhrsandsteins

Der Ruhrsandstein zählt – entgegen der allgemeinen Meinung über Sandstein – zu den härtesten und resistentesten Sandsteinen Europas.

Gründe dafür:

  • hohe Verdichtung durch enorme frühere Überlagerung
  • intensiver Eintrag von Kieselsäure (Silika)
  • geringe Wasseraufnahme → hohe Frostbeständigkeit
  • Druckfestigkeit vergleichbar mit feinkörnigen Graniten
  • Rohdichte ca. 2,55 g/cm³
  • hohe Biegezug- und Abriebfestigkeit
  • außergewöhnlich hohe Verwitterungsbeständigkeit

Diese Kombination machte ihn über Jahrhunderte hinweg zum bekannten „Hartsandstein“.